Zeitungsverleger Wilhelm Leddin

„Anzeiger von Ziesar und Umgebung “, Herausgeber Wilhelm Leddin

Einer der bedeutenden und erfolgreichsten Unternehmer in der Stadt Ziesar im letzten Jahrtausend war die Buchdruckerfamilie Wilhelm Leddin, Senior und Junior 
Mit dem „Anzeiger für Ziesar und Umgebung“ gaben beide eine Tageszeitung heraus. Die Leserschaft wurde über 63 Jahre mit dem neusten Nachrichten aus aller Welt, dem Sport aber auch lokalen Informationen versorgt. 


„Nicht Diener irgendeiner Partei zu sein, sondern dem Volksganzen nach besten Kräften nutzen, das war dem „Anzeiger“ oberstes Gesetz. Die Zeitung ist der gewissenhafteste Chronist des letzten halben Jahrhunderts“. Zitat aus der Jubiläumsausgabe „50 Jahre Anzeiger von Ziesar von 1932.


Am 19. September 1882 erschien die erste Probenummer des „Anzeigers für Ziesar „ und den umliegenden Ortschaften, worauf dann der Bezug am 1. Oktober 1882 der regelmäßige Bezug des Blattes begann. Die erste Meldung im Anzeiger war die Ankündigung von der Geburt seines Sohnes Wilhelm. Dieser trat 1912 in die Fußstapfen seines Vaters. Beide Geschäftsführer waren in der Berichterstattung politisch neutral.


Gründer war der Buchdrucker Wilhelm Leddin  aus Rathenow, geboren am 10. Oktober  1843 zu Böhne im Kreise Jerichow II. Freilich stand ihm eine gründliche technische und geistige Vorbildung zur Seite. Die edle Buchdruckerkunst hatte er von sein 17. Bis 21. Lebensjahr in Düsselthal erlernt. Auf Wanderschaft in ganz Europa sammelte Leddin weitere Berufserfahrungen im Zeitungswesen.


Ein wichtiger Mitarbeiter in der Druckerei war Robert Kliemchen aus Schwiebus. Kliemchen wechselte später in die Stadt Beelitz. Die Druckerei Kliemchen avancierte zum größten Zeitungsverlag des Kreises Zauch-Belzig, in über 20 Ortschaften wurden die Zeitungen gelesen.


Zuerst fand der „Anzeiger für Ziesar“ ein Heim des Fleischermeisters G. Dietz in der Badstraße. Damals 126. 
 

Am 18. Februar 1891 erwarb W. Leddin das Grundstück Breiteweg 184 (jetzt Nr. 2). 
 

Seit dem 1. Dezember 1925 ist der Verlag Breiterweg 33 untergebracht. 
 

Karl Otto Wilhelm Leddin, geboren am 14. September 1882 in Ziesar. Junior, der auch den Beruf des Buchdruckers erlernte, übernahm 1912 das Zeitungs- Geschäft von seinem Vater. Er baute die Zeitung weiter aus. Der Umfang der Berichterstattung stieg. 1925 verlegte Wilhelm Leddin den Firmensitz in das Haus Breiter Weg 33. Der Anzeiger für Ziesar erschien ab dem 1. April 1926 täglich. 1929 hielt der Anzeiger auch im  Nachbarort Görzke Einzug.


Wilhelm Leddin heiratete im Juni 1912 Emmy, geborene Brüning(1881-1962). In der Ehe wurden zwei Kinder geboren.  Werner (1918 – 1989)  und Charlotte (1923 –1997).  Tochter Charlotte Ludwig, geborene Leddin vererbte nach ihrem Tod 1997  die gebundenen Jahrgänge des Anzeigers von Ziesar der Stadt Ziesar.


Wilhelm Leddin führte die Druckerei bis zur Schließung im April 1943 weiter.


Dann wurde es still um den Geschäftsmann. Wilhelm Leddin wurde am 28. Mai 1945 von der damaligen sowjetischen Armee, mit dem Vorwurf faschistisch tätig gewesen zu sein. abgeholt. Wilhelm Leddin wurde am 29. Mai 1945 in das Spezial Lager Ketschendorf eingeliefert. Dort lebte er unter unmenschlichen Verhältnisse.


Leddin verstarb bereits  am 9. Dezember 1945 an den Folgen seiner Erkrankung. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Soldatenfriedhof in Halbe. Die Familie hatte darüber keine Informationen. Im Mai 1953  beantragte Frau Leddin beim Kreisgericht Brandenburg das Verfahren zur Todeserklärung, Rechtskräftig seit dem 12. Juli 1958  

 

Auf dem Grabstein in Ziesar steht folgend geschrieben 

Dem Gedächtnis des Buchdruckereibesitzer und Zeitungsverlegers  Wilhelm Leddin 
Unvergessen bleibst du der Heimat und den Deinen.

 

Geburtsdaten
Firmengründer Johann Friedrich Wilhelm Leddin 
Geboren am 1. Oktober 1843 in Böhne – bei Rathenow 
Gestorben am 12. Januar 1927   Reg. Nr. Nr.3 1927 im Alter von 83 Jahren 
Beim Tod wohnhaft Breiter Weg 33 Ziesar  
War verheiratet mit 
Maria Sophia Elisabeth Bergemann geboren in Mögelin bei