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Vorstellung Otto Berg Fotograf in Ziesar

Ich möchte mich heute bei ihnen, den Besuchern der Ausstellung „Die Geschichte der Fotografen der Stadt Ziesar“ vorstellen.


Mein Name ist Otto Berg. 1893 meldete ich mein Gewerbe als Kaufmann und Fotograf in dem Haus  der Badstraße 12 an. Neben Kolonialwaren beschäftigte ich mich mit der Fotografie. 


Wie bin ich nach Ziesar gekommen? Das möchte ich ihnen kurz darstellen. 


Geboren wurde ich am 9. Juli 1860 in Großmühlingen. Das Dorf liegt 8 Kilometer von Schönebeck entfernt und 65 Kilometer von Ziesar. Mein Vater war von Beruf Kohlenmesser. Meine Mutter kümmerte sich um den Haushalt und die Familie. Meine Taufe fand am 5.August 1860 in unserer hiesigen Kirche statt. Unser Dorf war so reich, dass es sich 1880 eine neue Kirche bauen konnte. Das Lernen in der Schule machte mir Freude.


Nach Beendigung dieser erlernte ich den Beruf des Kaufmannes. Leider kann ich euch nicht den Ausbildungsort nennen. Bereits 1888 war ich in Ziesar tätig. Als junger Mann im Alter von 28 Jahren  verliebte ich mich und heiratete die am 3. Mai 1861  in Großmühlingen geborene Bertha Friedericke Voigt. Meine Frau folgte mir nach  Ziesar. Wir zogen in das Haus Badstraße 12. Dort wurde auch am 8. März 1891 in Ziesar unsere Tochter Friedericke Bertha Elsa geboren. Sie ging in Ziesar zur Schule und wurde in der Kirche St. Cruz konfirmiert.  Sie reifte zu einer jungen Frau heran. Elsa lernte ihren späteren Mann, Friedrich Behrendt aus Nossen, kennen. Das junge Paar wohnte auch dort. Meine Enkeltochter wurde am 26. September 1920 in Nossen geboren. Meine Urenkelin lernte ich nicht mehr kennen. Sie hatte ihren Lebensmittelpunkt in Nossen. Sie heiratete und gründete eine Familie. Bei der Auflösung des Haushaltes ihrer Mutter, fand sie einige Bilder, Porträts und ein Abzeichen des Schützenvereins. Da sie mit Ziesar keine Verbindung hatte, sendete sie diese wenigen Erinnerungsstücke ihrer Mutter 2019 dem Kultur- und Heimatverein Ziesar zu.



Das Leben in Ziesar gefiel mir. Es war eine Aufstrebende Stadt. 1906 wurde eine neue Schule gebaut und im gleichen Monat führte Ziesar den elektrischen Strom ein. Das Leben wurde täglich fortschrittlicher. Ich engagierte mich in dem hiesigen Schützenverein.


Ab  1892 arbeitete ich bereits in dem Geschäft Badstraße 12. 1893 meldete ich mein Gewerbe an. Meine photographische Kunstanstalt entwickelte sich.


1875 wurde die Postkarte erfunden. Damit beschäftige ich mich auch. Fuhr mit einem Automobil über die Dörfer und fotografierte die Kirchen, Gutshäuser und andere wichtige Ansichten.


Ich produzierte 1899 eine Postkarte von Ziesar mit verschiedenen Motiven. Eugen Förster erwarb solch eine Karte und schrieb an seine Mutter.

 

Liebes Muttchen, das kommt Ihnen bestimmt bekannt vor. 


Nach dieser Karte erhielt auch die Ausstellung ihren Namen; sie würdigt die Fotografen, darunter auch meiner werten Kollegen. Es wird an ihren Lebensweg und ihr Schaffen erinnert. 


Die Daten sind nicht vollständig. Durch zwei Weltkriege viele Veränderungen im Leben der jeweiligen Personen, gingen viele persönliche Dokumente verloren. 


Lassen Sie sich von dem gezeigten inspirieren und machen Sie sich ein eigenes Bild von uns als ehemalige Fotografen der Stadt Ziesar.

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